Crowdfunding

Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen (Teil 2)

Magdalena Zimprich


Veröffentlicht am 14.04.2015

In Teil 2 unserer Blogserie über alternative Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen widmen wir uns dem Thema Crowdfunding. Der Begriff schwirrte in letzter Zeit gehäuft durch die Medien, da aktuell eine Gesetzesänderung geplant ist, um Crowdfunding aus der gesetzlichen Grauzone zu holen.

Was ist Crowdfunding

Crowdfunding ist gar nicht so einfach zu definieren, da es verschiedene Arten von Crowdfunding gibt. Prinzipiell beschreibt Crowdfunding eine Art der Finanzierung wo von einer großen Anzahl an Menschen viele kleine Geldbeträge zur Verfügung gestellt werden. 

In die folgenden vier Bereiche kann es grob unterteilt werden:

  • Equity-based Crowdfunding – "Crowdinvesting”
  • Reward-based Crowdfunding
  • Lending-based Crowdfunding – "Crowdlending”
  • Donation-based Crowdfunding (Spenden)

Während reward-based Crowdfunding im amerikanischen Raum vorherrscht und vor allem für die Kreativbranche geeignet ist, meint man hierzulande meistens Crowdinvesting, wenn man Crowdfunding sagt. Die bekannteste Plattform für reward-based Crowdfunding ist wohl www.kickstarter.com, wo man kreative Projekte unterstützen kann und quasi als Dankeschön (je nach getätigter Summe) ein definiertes Goodie erhält. Ein Beispiel dafür wäre eine Band, die ihr neues Album aufnehmen will und jeder Unterstützer bekommt dann die CD schon vor Verkaufsstart zugeschickt. Großzügige Unterstützer erhalten mehr als die Geber von kleinen Beiträgen. In keinem Fall haben die Unterstützer aber ein Anrecht auf Gewinnausschüttung oder dergleichen.

„Crowdlending“ ist ähnlich einem Kredit, nur dass statt der Bank viele Geldgeber die Kreditsumme zur Verfügung stellen. Von einer externen Stelle wird das Ausfallrisiko bewertet und basierend darauf wird der zu zahlende Zinssatz festgelegt. Ansonsten wird der eingesammelte Betrag so wie ein Kredit getilgt.

Donation-based Crowdfunding ist im Endeffekt nur ein anderer Begriff für Spenden. Es gibt verschiedene Plattformen (z.B. www.respekt.net, www.crowdfunding.at), wo soziale Projekte vorgestellt werden können, um Geld für die Durchführung zu sammeln.

Aber wie gesagt, die typische Crowdfunding-Variante in Österreich ist das Crowdinvesting. Hierfür wird eine Summe definiert, wie viel der Unternehmer oder das Start-Up einsammeln will, und was die Anleger als Gegenleistung bekommen. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Von Unternehmensbeteiligung via Genussschein, über stille Beteiligungen oder der Beteiligung an einer GmbH ist vieles möglich und muss im Vorhinein definiert werden. Im Normalfall erhalten die Investoren jedoch kein Mitspracherecht.

Für wen ist Crowdfunding interessant

Crowdfunding/Crowdinvesting ist besonders als ein Finanzierungsinstrument in der Frühphase eines Unternehmens interessant. Besonders im Moment, wo die Banken mit der Kreditvergabe oft vorsichtig sind, können so neue Geschäftsideen und Innovationsprojekte trotzdem umgesetzt werden. In Österreich ist es möglich das Geld direkt einzuwerben, aber im Normalfall wird die Geldsammlung über eine Crowdfunding-Plattform abgewickelt. Dort kann man sich dann auch Unterstützung für das eigene Projekt holen, da es ja schon mehr Erfahrungswerte gibt. So kann auch sichergestellt werden, dass man nicht in rechtliche Probleme läuft.

Zusätzlich zur Finanzierung kann man Crowdfunding auch als Indikator nützen, wie gut die eigene Idee am Markt ankommt. Daher ist es ratsam, dass man ein Projekt hat, das sich leicht kommunizieren lässt, klare Vorteile für potentielle Kunden zeigt und auf einem validen Businessplan fußt. Da die Plattformen alle online agieren, gibt es auch die Möglichkeit der Kommunikation zwischen Geldsammler und Geldgeber, und das kann wiederum wertvolles Feedback bringen, um das Projekt noch weiter zu verbessern. So wird einerseits das Risiko gesenkt und andererseits wird die Einbindung der Investoren auch auf einem emotionalen Level gestärkt.

Geänderte Lage in Österreich

Lange hat die Junge Wirtschaft gekämpft, um die gesetzliche Lage in Bezug auf Crowdfunding wirtschaftsfreundlicher zu gestalten und Ende März wurde ein entsprechender Gesetzesentwurf vorgestellt. Das Alternativfinanzierungsgesetz ist zwar noch nicht in Kraft, aber die Junge Wirtschaft geht davon aus, dass die angekündigten Maßnahmen umgesetzt werden.

Mit dem neuen Gesetz werden die Schwellenwerte deutlich erhöht und das Geldsammeln mittels Crowdfunding wird deutlich erleichtert. Es ist dann deutlich klarer definiert, was erlaubt ist und wo die Grenzen gezogen werden. So wird zum Beispiel die Prospektpflicht erst ab einer Gesamtinvestitionssumme von 5 Mio. Euro schlagend. Liegt die Summe zwischen 1,5 und 5 Mio. Euro gilt die Prospektpflicht light und für Summen ab 100 000 Euro ist ein Informationsblatt ausreichend. Zum Anlegerschutz wird die Maximalinvestition der Anleger auf 5000 Euro limitiert, außer man verfügt über ein Monatsnettoeinkommen von über 2500 €. Die Limitierung auf 5000 Euro sollte aber laut Insidern kein Problem darstellen, da die durchschnittliche Investition sowieso nicht über 1000 Euro hinausgeht.

Welche Portale gibt es

Sollte das Thema Crowdfunding für Ihr Unternehmen interessant sein, können Sie sich auf den folgenden Plattformen nähere Informationen holen und Ihr Projekt der Öffentlichkeit präsentieren.

Internationale Plattformen:


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