Das KMU-Paket und der Innovationsscheck

Die FFG in Teil 4 der Unternehmensförderungen

Magdalena Zimprich


Veröffentlicht am 05.08.2015

Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft, kurz FFG, fördert generell die unternehmensnahe Forschung und Entwicklung in Österreich. Sie ist Eigentum der Republik Österreich und untersteht den Bundesministerien für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) und Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW). Die FFG bietet ein breites Spektrum an Förderungen, das sich genauso an Universitäten wie Unternehmen richtet. Der interessanteste Schwerpunkt für kleine Unternehmen ist sicherlich das KMU-Paket.

Das KMU-Paket beinhaltet eine Serie an möglichen Förderungen, die aufbauend aber auch unabhängig von einander beantragt werden können. Details zu den verschiedenen Stufen finden Sie in diesem Folder der FFG. Der erste Schritt wird für die meisten Unternehmen der Innovationsscheck sein. Mit dem Innovationsscheck soll kleinen und mittelständischen Unternehmen der erste Kontakt mit Forschungseinrichtungen erleichtert werden. Hier gibt es zwei Varianten zwischen denen man wählen kann. Mit dem kleineren Innovationsscheck übernimmt die FFG die Finanzierung von Forschungsleistung von bis zu 5000 Euro und wenn die Kosten diesen Wert nicht übersteigen, sind keine Beiträge vom Unternehmen zu leisten. Die größere Variante deckt bis zu 10 000 Euro ab, allerdings gibt es hier einen Selbstbehalt von 20%, die das Unternehmen selbst zu bezahlen hat. Je nach geplanter Projektgröße kann man sich selbst zwischen den Varianten entscheiden; das muss allerdings bereits bei Beantragung feststehen und kann im Normalfall nachträglich nicht mehr geändert werden. Es handelt sich hierbei um eine tatsächliche Förderung, das heißt das bei erfolgreichem Projektabschluss das Geld nicht zu einem späteren Zeitpunkt zurückgezahlt werden muss.

Die Themenbereiche, die vom Innovationsscheck abgedeckt werden, sind breitgefächert. Laut Website zählen dazu: Dienstleistungsinnovationen, Gesellschaft, Informationstechnologie, Karriere in der Forschung, Lebenswissenschaften, Material und Produktion, Mobilität, Sicherheit, Umwelt und Energie, weitere Themen, Weltraum

Mit dem Geld des Innovationsschecks kann eine Forschungseinrichtung beauftragt werden eine Studie durchzuführen. Generell soll der Innovationsscheck den Unternehmen die Berührungsängste mit der Wissenschaft nehmen und so den Wissenstransfer erleichtern bzw. erhöhen. So können Beispielsweise Kooperationen für die Prototypenentwicklung beantragt werden, oder man kann das eigene Innovationspotential untersuchen lassen. Man kann aber auch Vorbereitungsarbeiten für eigene Forschungsvorhaben in Auftrag geben.

Die Zusammenarbeit ist möglich mit Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Entweder man weiß bereits mit wem man kooperieren möchte, man recherchiert selbst in der Datenbank auf der FFG-Website oder man lässt sich vor Ort beraten. Bewerbungen sind nur noch über das Onlineportal möglich.

Erst vor wenigen Wochen wurde das Budget des Innovationsschecks mit weiteren 2 Mio. Euro aufgestockt und eine Antragstellung ist laufend bis Ende 2016 möglich. Wenn der Scheck bewilligt wurde, hat man ein Jahr Zeit den Scheck einzulösen. Zum Ende des Projekts erstellt die beauftragte Forschungseinrichtung einen Endbericht, den Sie absegnen müssen. Der Bericht wird dann auch an die FFG gesandt, die daraufhin die Rechnung bzw. ihren Anteil (beim 10 000 € Scheck) begleicht und somit das Projekt abschließt.

Eine Bewerbung ist auf jeden Fall einen Versuch wert. So hat man die Gelegenheit auf die Forschungsexpertise von Fachkräften zurückzugreifen und neue Projekte mit besseren Informationen umzusetzen. Sollte die Bewerbung doch nicht erfolgreich sein, kann man immer noch entscheiden, ob man die Forschungseinrichtung trotzdem beauftragen möchte oder ob man das Geld lieber anders anlegt.

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