Fördermöglichkeiten für Unternehmen (Teil 1)

Die Wirtschaftsagentur Wien

Magdalena Zimprich


Veröffentlicht am 19.03.2015

Wenn es darum geht das Unternehmen zu vergrößern, neue Geschäftszweige oder -märkte zu erobern, oder dergleichen, fehlt es meist nicht an Ideen, sondern am nötigen Kleingeld. Dann ist es oft hilfreich, wenn man jemanden an seiner Seite hat, der finanzielle Unterstützung leistet. Und noch besser ist es, wenn man dieses Geld nicht zurückbezahlen muss.

Aus diesem Grund ist dies der 1. Beitrag aus einer geplanten Serie zum Thema Unternehmensförderungen. Es wird jeweils ein Geldgeber vorgestellt und darauf eingegangen, für wen das Ganze interessant sein könnte. Es lohnt sich also regelmäßig wieder vorbeizuschauen. Oder Sie melden sich für unseren Newsletter an, dann werden Sie sicherlich nichts versäumen.  

Wirtschaftsagentur Wien

Die Wirtschaftsagentur Wien wurde bereits 1982 gegründet, damals allerdings noch unter dem Namen Wiener Wirtschaftsförderungsfond. Die Zielsetzung ist die Förderung von Wiener Unternehmern, vor allem in den Bereichen Life-Sciences, urbane Technologien, Kreativwirtschaft und IKT, um so auch den Wirtschaftsstandort Wien zu stärken.

Neben monetären Förderungen, bietet die Wirtschaftsagentur auch Beratungen an. Die kann man entweder bei einem individuellen Termin in Anspruch nehmen oder man besucht den Fördertag, der heuer zum 1. Mal stattfand.

Grundsätzliche Voraussetzungen

Die Wirtschaftsagentur fördert nicht das Unternehmen als Ganzes, wie es andere Förderer tun, sondern projektbezogen. Es ist daher notwendig das Projekt möglichst genau skizzieren zu können, inkl. Geschäftsplan und wie man die Ausgaben in Zukunft wieder einzunehmen plant. Da keine der Förderungen die ganze Projektsumme bezahlt, ist es auch notwendig die Finanzierung der restlichen Summe zu gewährleisten.

Generell ist für den Antrag auch ein Wienbezug wichtig. Die Wirtschaftsagentur fördert Projekte natürlich bevorzugt dann, wenn nicht nur das geförderte Unternehmen selbst profitiert, sondern sich auch ein positiver Aspekt für den Wirtschaftsstandort Wien ableiten lässt; sei es durch die Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen, die Verhinderung von Abwanderung, Kooperationen mit Unis oder anderen Unternehmen, usw.

Wichtig ist auch zu beachten, dass weder Kosten gefördert werden können, die vor der Antragstellung angefallen sind, noch Kosten des laufenden Betriebs, wie Miete, Betriebskosten, etc. Daher ist es wichtig den Antrag möglichst vor Projektbeginn zu stellen. Kosten die während der Antragsstellung und der Zusage anfallen, sind aber sehr wohl förderbar. Allerdings besteht da immer das Risiko, dass die Förderung nicht gewährt wird und man dann doch auf den ganzen Kosten alleine sitzen bleibt.

Bereiche

  • Ansiedlung und Standortsicherung – für Unternehmen, die nach Wien übersiedeln, innerhalb Wiens umsiedeln, oder den eigenen Standort vergrößern möchten
  • Forschung und Entwicklung – Forschungsvorhaben im Bereich Industrie, produktionsnahe bzw. industriebezogene Dienstleistungen, industrielle Zukunfts- und Schlüsseltechnologien (zu beachten ist, dass hier der Förderungsschwerpunkt jährlich wechselt)
  • Innovative Dienstleistungen, Produkte & Produktion – unterstützt die Entwicklung und Umsetzung neuer Projekte, dabei zählt wie innovativ das Projekt generell ist, aber auch in Beziehung zur bisherigen Geschäftstätigkeit
  • Internationalisierung – Förderung für die Ausstellung bei internationalen Messen
  • Kommunikation, Technologie Transfer – Information der Öffentlichkeit über neue Technologien und Forschungsleistungen
  • Kooperation – vorrangig mit Forschungseinrichtungen, wie Universitäten,...
  • Kreativwirtschaft – Projekte, bei denen kreative Produkte, Dienstleistungen, Prozesse im Vordergrund stehen
  • Nahversorgung – fördert Standorte, die in der Nahversorgung tätig sind

Für alle diese Bereiche gelten unterschiedliche Prozentsätze, die gefördert werden, unterschiedliche Mindest- und Maximalsummen und auch die Zielgruppe ist nicht immer die gleiche. Für genauere Informationen empfiehlt es sich die Wirtschaftsagentur-Website zu konsultieren und auch gleich ein Beratungsgespräch zu vereinbaren. Da bekommt man dann auch eine 1. Einschätzung, ob der geplante Antrag wahrscheinlich förderungswürdig ist, oder ob die Kriterien augenscheinlich nicht erfüllt werden. In letzterem Fall spart man sich zumindest die Zeit, den Antrag zu stellen. Denn auch das kann einige Zeit in Anspruch nehmen.  


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